Startseite Geschichte(n) der Bahn Sanierung der Beyenburger Brücke

Die Sanierung der Beyenburger Wupperbrücke

technische Daten

Geschichte

Das Bauwerk wurde im Zuge des Lückenschlusses der Strecke Krebsöge-Wuppertal/Rauental, 1888, als Fachwerkbrücke, in Kastenformbauweise errichtet.

Mit der ständigen Zunahme des Verkehrsaufkommen in den folgenden Jahren war die Brücke schnell am Rande der Aufnahme für die ursprünglich vorgesehenen Belastung.

So entschloss sich die Reichsbahn 1926 den Kastenüberbau gegen einen nach unten verlaufenden Bodenträger = Fischbauchform mit höherer Verkehrsaufnahme zu ersetzen.

Zum Ende des 2. Weltkrieges wurde die Brücke, laut Unterlagen Brückenakte, durch Kriegseinwirkung zerstört. Wahrscheinlich wurde sie durch deutsche Truppen beim Rückzug, genauso wie die Wupperbrücke bei km 8,8 und die Wupperbrücke bei der Papierfabrik Erfurt bei Km 6.8 gesprengt.

Nach den Wirren des Krieges setzte sich die deutsche Reichsbahn daran, die zerstörten Brücken wieder instand zu setzen. (Ein großer Teil das damaligen Schriftverkehrs, der die Schwierigkeiten dieser Zeit dokumentiert befindet sich in Vereinsbesitz).

Am 22.4.1946 wurde die Brücke mit einem Belastungszug abgenommen und am 2.5.1946 wieder dem Betrieb übergeben.

Die Kosten zur Wiederinbetriebnahme bezifferten sich auf 59.546,69 RM (Reichsmark).

Sanierung

Die Brücke wurde nach alten Unterlagen, original, getreu des alten Zustandes der 20er Jahre (mit einigen, im Laufe der Jahre angebauten Neuerungen) wieder hergestellt.

Zum Ablauf:

Die Brücke wird in 5 Abschnitten eingerüstet und staubdicht eingehaust. (Unter der Brücke befindet sich der Beyenburger Stausee!)

Der Oberbau (Gleise und Schwellen) wird abschnittsweise abgebaut und im Bf Dahlhausen / Wupper aufgearbeitet (eine Erneuerung würde ca. 50TDM kosten).

Die Widerlager und Pfeiler werden zum Teil abgebrochen und neu anbetoniert. Anschließend werden die Betonteile nach dem neuesten Stand der Technik mit Betonversiegelung beschichtet. Bei diesen Arbeiten unterstützt uns die Firma STO AG.

Die Gehwegmittelroste, die in den 60er Jahren gegen die ursprünglichen Betonplatten ausgetauscht worden sind werden neu verzinkt und wieder montiert.

Die Mittelabdeckung wird im Bf Dahlhausen entrostet und beschichtet.

Zur Beschichtung:

Zum Korrosionsschutz der Stahlteile kommt ein spezielles Farbsystem der Firma Conrads Wuppertal zum Einsatz: EK-Pur System.

Für dieses Farbsystem reicht eine Handentrostung aus, also kein Entrostung durch Sandstrahlen. Im Klartext heißt das; der größte Teil der alten Beschichtung bleibt auf dem Bauwerk, die rostigen Stellen werden mechanisch / per Hand entrostet. Das gesamte Bauwerk wird mittels Hochdruckreiniger von Bemoosung und Schmutz befreit. Anschließend werden die entrosteten Stellen mit dem 1. Grundanstrich EK-Pur beschichtet. Der Grundanstrich bietet eine Versiegelung auf den entrosteten Stellen. Auf der nicht mehr vollständigen Altbeschichtung dringt er durch und verklebt diese mit dem Untergrund. Nach ausreichender Trocknung der ersten Grundierung wird die Zweite auf diese Stellen aufgetragen.

Als Deckanstrich, der natürlich auf das komplette Bauwerk aufgetragen wird, stellt uns die Firma Conrads die Original-Farbe "Schiefergrau" ohne giftigen Bleizusatz her.

Wenn man die Anstrichfläche von 1476m² Stahl betrachtet, kann man erahnen was hier geleistet worden ist. Der ursprünglich angebrachte Farbton "Adenauer Grün" stellte sich als Übergangslösung in den 60er Jahren und nicht als Original-Farbton heraus. (Der Name rührt aus der Begebenheit her, dass die Kölner Rheinbrücken in diesem Farbton gestrichen wurden als Adenauer dort OB war.)

Die Sanierung wurde in den Jahren 1997 und 1998 durchgeführt. Hier sei nochmals allen gedankt, die zum Erfolg dieses Projektes beigetragen haben. Die Informationen stellte Hans Werner Lindenberg zusammen.

Stand: 13.06.2012